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Üben & Fortschritt

Üben sichtbar machen: Wie Online-Musiklehrer Fortschritte besser nachvollziehen können

Zwischen zwei Unterrichtsstunden passiert mehr, als du siehst. Wie klare Ziele, kurze Notizen und Aufnahmen den Lernprozess nachvollziehbar machen.

Üben sichtbar machen: Wie Online-Musiklehrer Fortschritte besser nachvollziehen können

„Macht mein Sohn eigentlich Fortschritte?“

Diese Frage kommt irgendwann. Gerade bei Kindern kommt sie häufig von den Eltern, aber auch erwachsene Schüler fragen sich nach einigen Wochen, ob sich der Aufwand eigentlich lohnt.

Als Lehrer weißt du meistens ziemlich genau, was sich verändert hat. Du erinnerst dich daran, dass die Tonleiter vor drei Wochen noch unsicher war. Du hast gehört, dass die linke Hand beim letzten Mal deutlich entspannter war. Vielleicht hast du auch gemerkt, dass ein Stück, an dem ihr lange gearbeitet habt, plötzlich funktioniert.

Nur: Vieles davon steckt in deinem Kopf.

Und genau da liegt im Online-Unterricht ein Problem. Zwischen zwei Unterrichtsstunden passiert eine ganze Menge – aber du bekommst davon oft nur einen kleinen Ausschnitt mit.

Was zwischen zwei Unterrichtsstunden passiert

Die eigentliche Arbeit findet nicht in der Unterrichtsstunde statt.

Eine Stunde pro Woche ist der gemeinsame Teil. Die anderen sechs Tage gehören dem Schüler. In dieser Zeit wird geübt, ausprobiert, verworfen und manchmal auch gar nichts gemacht.

Als Lehrer siehst du davon normalerweise wenig.

Du weißt vielleicht, was du als Aufgabe mitgegeben hast. Aber nicht unbedingt, ob der Schüler zehn Minuten oder zwei Stunden daran gearbeitet hat. Du weißt auch nicht immer, woran er beim Üben hängen geblieben ist oder welche Stelle plötzlich gut funktioniert hat.

In der nächsten Stunde steht dann das Ergebnis vor dir.

Das macht den Unterricht schwieriger, als er eigentlich sein müsste.

Denn zwei Schüler können mit genau derselben Aufgabe in die nächste Stunde kommen und völlig unterschiedliche Wege hinter sich haben.

Der eine hat jeden Tag kurz geübt und an einer bestimmten Stelle gearbeitet. Der andere hat am Abend vor der Stunde versucht, alles nachzuholen. Beide sagen vielleicht: „Ich habe geübt.“

Für deine Planung ist das ein großer Unterschied.

Fortschritt ist mehr als das Ergebnis einer Unterrichtsstunde

Wenn du nur das Ergebnis betrachtest, fehlt dir ein Teil der Geschichte.

Nehmen wir eine schwierige Passage. Letzte Woche war sie noch unsauber, diese Woche läuft sie deutlich besser.

Das ist natürlich ein Fortschritt.

Aber noch interessanter wäre zu wissen, wie dieser Fortschritt entstanden ist.

Wurde die Passage langsam geübt? Wurde sie in kleine Abschnitte zerlegt? Hat der Schüler sie aufgenommen und anschließend selbst angehört? Wurde nur diese Stelle geübt oder das komplette Stück immer wieder von vorne gespielt?

Diese Informationen können für deine nächste Unterrichtsstunde genauso wichtig sein wie das Ergebnis selbst.

Und genau deshalb lohnt es sich, das Üben zwischen den Stunden etwas sichtbarer zu machen.

Dabei geht es nicht darum, Schüler zu überwachen

„Tracking“ klingt schnell nach Kontrolle.

Das muss es aber nicht sein.

Es geht nicht darum, am Montag festzustellen, dass jemand am Samstag nicht geübt hat. Und schon gar nicht darum, Schüler mit Statistiken unter Druck zu setzen.

Die interessantere Frage lautet:

Was kann ich als Lehrer über den Lernprozess erfahren, das mir sonst verborgen bleibt?

Ein Beispiel:

Ein Schüler arbeitet eine Woche lang an einer bestimmten Passage. Er notiert, dass der Übergang zwischen zwei Takten Schwierigkeiten macht. Dazu nimmt er vielleicht eine kurze Aufnahme auf.

In der nächsten Stunde weißt du dadurch bereits, wo das Problem lag und womit er sich beschäftigt hat.

Du musst nicht erst zehn Minuten herausfinden, was zwischen der letzten und der aktuellen Stunde passiert ist.

Das verändert die Stunde.

Drei Dinge sind besonders hilfreich

1. Klare Übeziele

„Übe das Stück.“

Das ist eine Aufgabe, aber noch kein besonders gutes Ziel.

„Takt 17–32 bis Tempo 80 gleichmäßig spielen können“ ist wesentlich konkreter.

Der Schüler weiß, woran er arbeiten soll. Und in der nächsten Stunde könnt ihr gemeinsam überprüfen, ob das Ziel erreicht wurde.

Das muss nicht kompliziert sein. Oft reicht eine kurze, konkrete Formulierung.

2. Kleine Einblicke in das Üben

Du brauchst nicht jede Minute des Übens zu dokumentieren.

Schon ein kurzer Eintrag kann helfen:

„Heute 20 Minuten. Takt 24–28 war noch schwierig.“

Oder:

„Mit Metronom geübt. Bei 80 BPM noch unsicher.“

Solche Informationen sind klein. Über mehrere Wochen ergeben sie aber ein viel besseres Bild davon, wie ein Schüler arbeitet.

3. Aufnahmen

Gerade im Musikunterricht sind Aufnahmen interessant, weil sie eine Sache können, die Notizen nicht können:

Man kann den Fortschritt hören.

Eine Aufnahme von vor drei Wochen neben einer aktuellen Aufnahme kann manchmal mehr zeigen als eine lange Erklärung.

Das ist auch für Schüler und Eltern hilfreich. Fortschritt wird plötzlich konkret.

Der motivierende Effekt kommt oft ganz nebenbei

Ein weiterer Vorteil: Schüler bekommen selbst einen besseren Eindruck davon, was sie eigentlich geschafft haben.

Das kennt man auch aus anderen Bereichen. Wenn man nur jeden einzelnen Tag betrachtet, fühlt sich Entwicklung oft langsam an.

Schaut man dagegen nach einem Monat zurück, sieht die Sache anders aus.

Im Musikunterricht ist das besonders relevant. Fortschritt ist selten linear. Es gibt Tage, an denen etwas plötzlich funktioniert, und andere, an denen man das Gefühl hat, überhaupt nicht weiterzukommen.

Wenn diese Entwicklung dokumentiert ist, lässt sich später darauf zurückblicken.

„Das konntest du vor vier Wochen noch nicht.“

Das ist ein anderes Feedback als:

„Du musst einfach mehr üben.“

Was das für deinen Unterricht verändert

Wenn du weißt, was zwischen den Stunden passiert ist, kannst du die nächste Stunde besser vorbereiten.

Vielleicht hat ein Schüler genau die Stelle geübt, die du erwartet hast. Dann kannst du darauf aufbauen.

Vielleicht hat er ganz woanders Schwierigkeiten bekommen. Dann kannst du deine Planung entsprechend anpassen.

Oder du stellst fest, dass eine Aufgabe einfach nicht funktioniert hat.

Auch das ist wertvolle Information.

Denn guter Unterricht bedeutet nicht, jede Woche denselben Plan abzuarbeiten. Er bedeutet, auf den tatsächlichen Lernstand des Schülers zu reagieren.

Und was ist mit dem zusätzlichen Aufwand?

Das ist wahrscheinlich der wichtigste Einwand.

Als Musiklehrer möchtest du nicht noch ein System pflegen, noch eine Tabelle ausfüllen und noch eine App kontrollieren.

Das sollte auch nicht das Ziel sein.

Wenn digitale Werkzeuge sinnvoll eingesetzt werden, sollten sie möglichst wenig zusätzliche Arbeit erzeugen. Die Aufgabe wird nach der Stunde einmal festgehalten. Der Schüler arbeitet damit. Kleine Rückmeldungen entstehen während des Übens.

Und vor der nächsten Stunde hast du die wichtigsten Informationen bereits vorliegen.

Das ist etwas anderes, als nachträglich eine komplette Dokumentation erstellen zu müssen.

Besonders interessant wird das für Musikschulen

Bei einem einzelnen Lehrer bleibt vieles im persönlichen Austausch.

Bei einer Musikschule wird Dokumentation irgendwann wichtiger.

Was passiert, wenn ein Schüler die Lehrkraft wechselt?

Was weiß die neue Lehrkraft über die bisherigen Ziele? Welche Stücke wurden bearbeitet? Wo gab es Schwierigkeiten? Wie wurde bisher geübt?

Wenn diese Informationen nur im Kopf oder in einzelnen Chats stehen, gehen sie schnell verloren.

Eine gemeinsame Dokumentation kann hier helfen, einen roten Faden über den Lehrerwechsel hinweg zu erhalten.

Dabei geht es nicht darum, Unterricht zu vereinheitlichen. Jeder Lehrer arbeitet anders.

Es geht vielmehr darum, dass wichtige Informationen nicht jedes Mal wieder neu zusammengesucht werden müssen.

Sobald dabei personenbezogene Daten im Spiel sind, lohnt zusätzlich der Blick auf DSGVO im Online-Musikunterricht und Datenschutz für Online-Musikschulen.

Üben sichtbar machen heißt nicht, alles zu messen

Das ist vielleicht der wichtigste Punkt.

Nicht alles, was im Musikunterricht passiert, lässt sich in Zahlen ausdrücken.

Musikalität, Ausdruck, Konzentration oder ein plötzliches Verständnis für eine Passage passen nicht in ein Dashboard.

Das muss auch gar nicht sein.

Digitale Dokumentation sollte den Unterricht unterstützen und nicht ersetzen.

Ein paar gute Informationen zur richtigen Zeit können bereits einen großen Unterschied machen: Was war das Ziel? Woran wurde gearbeitet? Was hat funktioniert? Wo gab es Schwierigkeiten?

Mehr braucht es oft gar nicht.

Wie MUSIRIS dabei unterstützt

Genau an dieser Stelle setzt MUSIRIS an.

Unterrichtsziele und Aufgaben können direkt nach der Stunde festgehalten und mit den Schülern geteilt werden. Während der Woche können Übezeiten, Aufnahmen und Notizen dazukommen.

So entsteht nach und nach ein Bild davon, was zwischen den Unterrichtsstunden passiert.

Für den Lehrer bedeutet das vor allem eines: Die nächste Stunde beginnt nicht wieder bei null.

Und für den Schüler wird sichtbar, woran er gearbeitet hat und wie sich sein Spiel über die Zeit verändert.

MUSIRIS kannst du kostenlos ausprobieren.

Wenn du deinen Musikunterricht online organisierst und bisher viele Informationen über Notizen, Messenger und einzelne Dateien verteilst, kannst du damit einmal ausprobieren, ob ein gemeinsamer Ort für Unterricht und Üben deinen Alltag einfacher macht.

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